Wir lassen eine Pflanze wachsen

Alter3-6
WertEthik & Gesellschaft
LernortDrinnen
ThemaGeduld
ÜberblickErforschen Sie die Bedeutung von Geduld und ihre Wichtigkeit in verschiedenen Situationen. Geduld wird mit der Natur in Verbindung gebracht, die Kinder lernen, in welchen Situationen die Natur Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Erforschen Sie den Ursprung der Ungeduld: Woher kommt sie, in welchen (täglichen) Situationen werden Kinder ungeduldig und wie können sie lernen, dass Geduld zu einer größeren Belohnung führen kann.
LernzieleErkennen, woher Ungeduld in alltäglichen Situationen kommt, und sie mit Gefühlen in Verbindung bringen Verständnis für die Bedürfnisse aller Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) entwickeln und erkennen, dass jedes einzigartig ist Verstehen, dass der Umgang mit Gefühlen ein Lernprozess ist Verständnis für längerfristige Prozesse in der Natur entwickeln.
Erworbene FertigkeitenVerständnis für die Bedürfnisse der anderen Selbstregulierung Feinmotorische Fähigkeiten Verständnis für längere Prozesse in der Natur Sorgfalt im Umgang mit Lebewesen/Pflanzen
MethodeBasteln von Emotionskellen mit fröhlichem/ängstlichem Gesicht, Fragen/Diskussion, Einpflanzen, Dokumentieren
MaterialienFarbiges A4-Papier (z.B. rot und grün) oder weißes Papier, Schere, Kleber, Bleistift, Buntstifte, Schale o.ä., kurzer Ast, Tesafilm, Blumentopf, Erde, Samen, Gießkanne, evtl. Dünger, Dokumentationsbogen und/oder Kamera/Smartphone (zum Dokumentieren), Lineal
VorgehensweiseWir empfehlen Ihnen, die vier Schritte auf mehrere Tage zu verteilen. Jede Aktivität dauert ungefähr zwischen 30 Minuten und 1 Stunde.
Schritt 1: Emotionskellen mit fröhlichem/ärgerlichem Gesicht basteln
Je nach Entwicklungsstand brauchen die Kinder Unterstützung beim Basteln.
Nehmen Sie ein Blatt Papier (z.B. rot) und legen Sie die Schale mit der Öffnung darauf. Zeichnen Sie mit einem Bleistift einen Kreis um die Schale. Wiederholen Sie diesen Vorgang auf einem anderen Blatt (z. B. grün). Zeichnen Sie auf ein Blatt einen fröhlichen und auf das andere Blatt einen wütenden Gesichtsausdruck und schneiden Sie diese aus. Kleben Sie die beiden Papierkreise so zusammen, dass auf der einen Seite das lachende Gesicht und auf der anderen Seite das wütende Gesicht zu sehen ist. Kleben Sie dann die zusammengeklebten Gesichtsausdrücke mit Tesafilm an den Zweig.
Schritt 2: Gefühle erforschen
Setzen Sie sich nach dem Basteln mit den Kindern in einen (Stuhl-)Kreis und stellen Sie ihnen Fragen dazu, wie sie verschiedene Situationen im Alltag wahrnehmen. Nach jeder Frage zeigen die Kinder ihre Emotionskellen mit dem Gesichtsausdruck, der ihren entsprechenden Gefühlszustand ausdrückt.
Beispielfragen:
- Wie fühlst du dich, wenn du ein Spielzeug haben möchtest, aber dein Freund gerade damit spielt?
- Wie fühlst du dich, wenn du auf dem Spielplatz bist und rutschen möchtest, aber schon mehrere Kinder Schlange stehen und du warten musst?
- Wie fühlst du dich, wenn du möchtest, dass deine Mutter oder dein Vater dir vorliest, aber sie haben jetzt keine Zeit, aber sie sagen dir, dass sie es später tun werden?
- Wie fühlst du dich, wenn du jetzt Hunger hast, aber der Erzieher oder die Erzieherin dir sagt, dass es nicht jetzt, sondern erst mittags Zeit für das Mittagessen ist?
Fragen Sie die Kinder, was ihrer Meinung nach passieren wird, wenn sie warten müssen. Können sie das Spielzeug am Ende haben oder nicht? Dürfen sie am Ende rutschen oder nicht? Und so weiter.
Analysieren Sie gemeinsam mit den Kindern anhand ihrer eigenen Ideen und Gedanken, dass ihre Bedürfnisse auch dann erfüllt werden, wenn sie in diesen Situationen warten.
Übertragen Sie diese Prozesse dann auf die Natur. Fragen Sie die Kinder nach Beispielen, welche Pflanzen sie kennen und ob sie länger zum Wachsen brauchen und es deshalb länger dauert, bis sie Früchte/Gemüse oder ähnliches ernten können. Sie können wieder mit den Emotionskellen arbeiten und sehen, was die Kinder über länger wachsende Pflanzen denken. Verbinden Sie die Geduld mit der Belohnung durch das Ernten und Essen von Obst/Gemüse oder einer schönen Blume, die sie anschauen oder jemandem schenken können usw.
Schritt 3: Einpflanzen
Wir empfehlen, Pflanzen auszusäen, von denen Früchte/Gemüse geerntet werden können, wie z. B. Tomaten, Erdbeeren, Kräuter oder ähnliches.
Geben Sie gemeinsam mit den Kindern Erde und Samen in den Topf. Legen Sie dann gemeinsam mit den Kindern fest, wann und von wem gegossen wird. Regelmäßiges Gießen und Abmessen (Dokumentationsprozess) könnte z.B. Teil des Morgenkreises werden. Die Dokumentation können Sie entweder auf dem Dokumentationsbogen vornehmen und/oder Sie können mit dem Smartphone Fotos machen und diese nach und nach entwickeln und im Raum aufhängen. So können die Kinder sehen, was am Anfang war und was am Ende sein wird und wie sich ihre Geduld ausgezahlt hat (Ernte).
Schritt 4: Reflexion
Wir empfehlen, Schritt 4 mehrmals während des Wachstumsprozesses der Pflanze durchzuführen.
Setzen Sie sich mit den Kindern in einem Kreis mit ihren Emotionskellen mit glücklichem/ängstlichem Gesicht und fragen Sie sie nach ihren Gefühlen bezüglich des Wachstumsprozesses. Die Kinder sollen zeigen, ob sie zufrieden oder unzufrieden sind.
TippsWeitere LernmaterialienAnwendung online möglich?Was lässt sich zu Hause tun?Alternative zum Blumentopf (falls zutreffend): Beet > Standort: im Freien
Dokumentationsverfahren: Pflanze wird mit einem Lineal vermessen, Eintrag ins Blatt mit Datum
Empfohlene Zeit: Wir empfehlen Ihnen, die vier Schritte auf mehrere Tage zu verteilen. Jede Aktivität dauert ungefähr zwischen 30 Minuten und 1 Stunde.
Empfohlene Gruppengröße: Sie ist sowohl für kleinere als auch für größere Gruppen geeignet.
Dokumentationsprozess der Pflanze festlegen: tägliche/alle zwei Tage Messung oder ähnliches, Wachstum, Bewässerung, je nach Pflanze mehrere Wochen.
Was Sie vor Beginn über das Thema wissen sollten:
Marshmallow-Test nach Walter Mischel
https://lexikon.stangl.eu/3697/marshmallow-test
https://www.youtube.com/watch?v=gdQ1S8Djgxk
Selbstregulation
https://www.kinderkinder.dguv.de/die-gefuehle-besser-im-griff/
Anpflanzen
https://www.gartentipps.com/tomaten-pflanzen-topf.html
https://www.gartenjournal.net/erdbeeren-im-topf
https://www.plantopedia.de/kraeuter-aussaeen/
Die Pflanzarbeiten könnten zu Hause durchgeführt werden. Die Eltern wären für die Dokumentation verantwortlich. Wenn die Kinder wieder zusammenkommen, können sie ihre Pflanzen einschließlich der Dokumentation (Fotos usw.) mitbringen und in der Gruppe darüber sprechen.
Autor/inKatrin Christl, Jennifer Skurka
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